Berichte

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Foto © Fabio Meier

Franz HOHLER: Lesung zum Thema «Weni mol alt bi»

Das Senioren-Forum Zürcher Oberland freut sich, dass wir den prominenten Autor Franz Hohler für eine Lesung gewinnen konnten! Der Anlass fand am 18. Januar 2016 statt.

Die geistreiche und humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema "Weni mol alt bi" kam bei den rund 160 Personen, die zu diesem Anlass "strömten", sehr gut an und sorgte oft für herzhaftes Lachen und ab und an für ein Schmunzeln.

Bitte lesen Sie den ausführlichen Artikel zu diesem Anlass, der am 19. Januar in der Zürcher Oberländer Zeitung erschien: PDF Franz Hohler Lesung beim Senioren-Forum-ZO

 

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Samuel Schmid spricht zu Senioren-Forum
Plädoyer gegen das Schwarz-Weiss-Denken

ALT-BUNDESRAT Samuel SCHMID:  Gibt es Werte in der Politik?

v. D. Kienast

Samuel Schmid in Wetzikon zu Gast beim Seniorenforum Zürcher Oberland:
ein engagierter Redner vor vollen Rängen.

Es gibt keinen Lebensbereich, der nicht durch Verflechtungen geprägt ist. Das und die Folgen für die Gesellschaft war Thema von Samuel Schmid, der beim Seniorenforum Zürcher Oberland zu Gast war.

«Gibt es Werte in der Politik?», damit war der Vortrag von Alt-Bundesrat Samuel Schmid betitelt. Dabei stellte er gleich zu Beginn fest, dass er sich kaum getraue, diese Frage zu stellen. «Natürlich gibt es Werte in der Politik!»

Politik gehört zum Leben

Es war ein interessiertes Publikum, das Samuel Schmid warmherzig empfing. Er selber sprach voller Empathie zu den zahlreich anwesenden Seniorinnen und Senioren. Immer wieder betonte er, dass es das Engagement aller brauche, um etwas zu bewegen. «Politik ist der Begleitrahmen zum zivilen Leben», erklärt er. Wenn man den Mut habe, sich zu bewegen, dann kann man etwas verbessern. Und: «Hier in diesem Saal sind viele, viele Jahre demokratische Erfahrung gesammelt.»

Den Spatz, weil es die Taube nicht gibt

Als aktuelles Beispiel der vielen anstehenden Probleme, für welche die Politik eigentlich Lösungen bringen sollte, nannte Samuel Schmid die AHV-Revision. Da habe man während eines halben Jahrzehntes an einer Lösung gearbeitet, damit sie am Schluss durch eine Allianz von SP und SVP gebodigt werde und das Volk – und Schmid deutete auf sein Publikum im Pensionsalter – warte sicher wieder mehrere Jahre auf eine Lösung. Die Vorlage sei eine Kompromissvorlage: Niemand hätte alle Anliegen durchgebracht. Alle Beteiligten müssten abwägen, dass es gegenüber den subjektiv empfundenen negativen Punkten auch Punkte gibt, die den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Für Schmid sei es bedenklich, dass man lieber auf die Taube auf dem Dach, die es nicht gäbe, warte, als den Spatz in der Hand zu greifen. So sei aus taktischen Gründen eine gute Lösung verhindert worden: eine schlechte Entwicklung. Es gäbe kaum mehr ein Problem in der Welt, das nicht vielschichtig wäre – deshalb hätten die Schwarz-Weiss-Denker ausgedient. Auch gäbe es kaum mehr einen Lebensbereich, der nicht irgendwie mit dem Ausland verflochten sei – deshalb sei es wichtig, sich nicht einfach gegen aussen zu verschliessen, sondern sich zu vernetzen, innerhalb und ausserhalb der Schweiz.

Politik ist keine Wohlfühlveranstaltung

«Ich möchte keine Vision von Gutmenschen aufzeichnen», so Samuel Schmid «die Politik ist keine Wohlfühlveranstaltung.» Es gehe in der Politik darum, Argumente zu präsentieren, Mehrheiten zu erringen und sich durchzusetzen. Das müsse aber in einer Bandbreite von Regeln passieren, in der Fairness möglich sei. Der ehemalige Sportminister verglich die Politik mit dem Eishockey-Spiel: schnell, impulsiv und spannend. Nur, im Eishockey amtet ein Schiedsrichter – in der Politik ist Selbstdisziplin gefragt. Und gefordert ist deshalb, dass Bürgerinnen und Bürger Politiker in die Ämter wählen, welche mit Respekt und Fairness politisieren.  


Böxli / Äxgüsi
Magistrales Bruchrechnen:
Es versteht sich von selbst, dass kein Auftritt von Alt-Bundesrat Samuel Schmid über die Bühne gehen kann, ohne dass dieser auf den «halben Bundesrat», der er gewesen sein soll, angesprochen wird. Sämi Schmid nimmts locker und beweist, dass er sich (auch) aufs Bruchrechnen versteht: «Der, der gesagt hat, ich sei ein halber Bundesrat, der war später grade mal ein Siebtel Bundesrat.» (dok)